Glossar

Glossar der Vektor- und Druckproduktion

Kurze Definitionen der Begriffe, die Druckereien, Schilderbauer, Laserbetriebe und Digitalisierer verwenden, wenn es um Grafikdateien geht.

Dieses Glossar erklärt in ein, zwei Sätzen die Begriffe, die auftauchen, wenn eine Grafik in die Produktion geht: Vektor und Raster, geschlossene und offene Pfade, Schnittfuge, Aussparung, Überdrucken, Sonderfarbe, Unterdruck, DPI und mehr. Wo es einen Leitfaden gibt, verlinkt der Begriff dorthin.

AI-Datei
Das native Format von Adobe Illustrator. Es erhält Ebenen, bearbeitbaren Text und Effekte und enthält meist eine PDF-Kopie, damit andere Programme es anzeigen können. Mehr dazu.
Ankerpunkt
Ein Punkt auf einem Vektorpfad, an dem ein Segment beginnt, endet oder die Richtung ändert. Auch Knoten genannt.
Auflösung
Die Anzahl der Pixel in einem Rasterbild. Sie legt fest, wie groß das Bild gedruckt werden kann, bevor es weich wirkt.
Aussparung (Knockout)
Eine obere Farbe spart die darunterliegende aus, sodass die Farben nicht übereinander drucken.
Auto-Nachzeichnung
Software, die den Kanten in einem Pixelbild folgt und daraus Pfade macht. Schnell, hinterlässt aber oft überzählige Knoten, offene Pfade und verschmolzene Farben. Mehr dazu.
Beschnitt
Grafik, die über die Schnittkante hinausreicht, damit nach dem Zuschnitt kein weißer Rand bleibt.
Bézierkurve
Die Kurvenmathematik, die jedes Vektorprogramm nutzt: ein Segment zwischen zwei Ankerpunkten, geformt durch Griffe.
CMYK
Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz: die vier Prozessfarben, aus denen der meiste Vierfarbdruck gemischt wird. Mehr dazu.
Digitalisierung (Stickerei)
Das Umsetzen einer Grafik in eine Stickdatei (etwa DST oder PES) mit Stichart, Richtung und Dichte. Das macht ein Digitalisierer; VectorWiz liefert den sauberen Vektor, mit dem er beginnt. Mehr dazu.
DPI und PPI
Punkte bzw. Pixel pro Zoll: wie dicht ein Rasterbild gedruckt wird. Vektordateien haben keine DPI; sie bleiben in jeder Größe scharf. Mehr dazu.
DXF
Ein CAD-Austauschformat, das CNC-Fräsen, Laser, Plasmatische und Graviermaschinen lesen. Mehr dazu.
Eingebettetes Bild
Ein Rasterbild in einer Vektordatei. Es bleibt aus Pixeln, auch wenn die Datei eine Vektor-Endung hat. Mehr dazu.
Entgittern
Das Abziehen des überschüssigen Vinyls rund um ein geschnittenes Motiv, bevor es aufgebracht wird.
EPS
Encapsulated PostScript, ein älteres Vektor-Austauschformat, das die meisten Druck- und Schilderprogramme noch öffnen. Mehr dazu.
Farbseparation
Das Aufteilen einer Grafik in eine Ebene pro Druckfarbe, sodass jede Farbe ihr eigenes Sieb, ihre eigene Platte oder ihren eigenen Durchgang bekommt.
Geschlossener Pfad
Ein Pfad, dessen Anfangs- und Endpunkt verbunden sind. Plotter, Laser und Fräsen brauchen geschlossene Pfade, um eine Form sauber auszuschneiden.
Knotenanzahl
Wie viele Ankerpunkte eine Datei hat. Saubere Grafik braucht wenige; automatisch nachgezeichnete hat oft weit mehr, als die Form braucht. Mehr dazu.
Kontur (Stroke)
Die Linie entlang eines Pfads, mit Stärke und Farbe. Ein Plotter ignoriert die Stärke, solange die Kontur nicht umgewandelt ist.
Kontur umwandeln
Das Umwandeln einer Kontur (einer Linie mit Stärke) in eine gefüllte Form, damit ihr Umriss feststeht und der Plotter eine echte Kante sieht.
Konturen (Text in Konturen)
Das Umwandeln von Schrift in Vektorformen, damit die Datei ohne installierte Schrift richtig aussieht.
Mittellinie (Centerline)
Ein einzelner Strich durch die Mitte einer Form statt um ihre Kontur. Für Gravur, Stiftplotter und Einzelstrich-Schriften.
Offener Pfad
Ein Pfad, dessen Enden sich nicht treffen. Ein Plotter kann ihm als Linie folgen, ihn aber nicht als Form ausschneiden.
Pantone (PMS)
Ein kommerzielles Farbabstimmungssystem für Sonderfarben, mit dem eine exakte Farbe druckereiübergreifend benannt wird. Mehr dazu.
Passermarken
Außerhalb der Grafik gedruckte Marken, mit denen Siebe, Platten oder der Sensor einer Print-and-Cut-Maschine alles ausrichten.
PDF/X
Eine ISO-genormte Teilmenge von PDF für die Übergabe an die Druckerei, etwa PDF/X-1a oder PDF/X-4. Mehr dazu.
Raster (Halbton)
Ein Muster aus Punkten unterschiedlicher Größe, das mit einer einzigen Farbe Abstufungen vortäuscht. Mehr dazu.
Raster (Pixelbild)
Ein Bild aus einem Raster von Pixeln, etwa PNG, JPG oder ein Foto. Es wird beim Vergrößern unscharf und lässt sich nicht als Form schneiden. Mehr dazu.
RGB
Rot, Grün und Blau: das Farbmodell von Bildschirmen. Druckdateien werden meist in CMYK oder Sonderfarben umgewandelt.
Schnittfuge (Kerf)
Die Materialbreite, die Laser, Messer oder Fräser beim Schneiden abtragen. Schnittpfade werden um die halbe Fuge versetzt, damit Teile maßhaltig werden. Mehr dazu.
Schnittkontur
Ein eigener Pfad, meist auf einer eigenen Ebene oder in einer benannten Sonderfarbe, der einer Print-and-Cut-Maschine sagt, wo sie um die gedruckte Grafik schneiden soll.
Sonderfarbe
Eine einzelne, vorgemischte Druckfarbe, die als solche gedruckt statt aus CMYK aufgebaut wird, oft mit einer Pantone-Nummer benannt. Mehr dazu.
SVG
Scalable Vector Graphics, das Vektorformat des Webs, das auch Cricut, Silhouette und viele Laserprogramme lesen. Mehr dazu.
Überdrucken
Eine Farbe auf eine andere drucken, ohne die untere auszusparen.
Überfüllung (Trapping)
Eine leichte Überlappung benachbarter Farben, damit kleine Passerungenauigkeiten keine Lücke hinterlassen.
Unterdruck (Underbase)
Eine weiße oder helle Schicht, die auf dunklen Textilien zuerst gedruckt wird, damit die Farben darüber leuchten.
Vektor
Grafik, die aus Punkten, Kurven und Füllungen statt aus Pixeln beschrieben ist. Sie lässt sich beliebig skalieren und schneiden, drucken oder sticken. Mehr dazu.
Vektorisierung
Das Neuaufbauen eines Rasterbilds als Vektorpfade, entweder per Auto-Nachzeichnung oder durch einen Designer von Hand. Mehr dazu.
Zusammengesetzter Pfad
Mehrere Pfade, zu einem Objekt verbunden, bei dem Überlappungen zu Löchern werden, etwa das Innere des Buchstabens O.
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